Du kennst das: Du kaufst eine neue Fußmatte, legst sie vor die Tür – und plötzlich schleift die Tür, bleibt hängen oder drückt die Matte jedes Mal weg. Noch ärgerlicher wird’s, wenn die Matte sich an den Kanten hochstellt und zur Stolperfalle wird. Genau deshalb lohnt sich ein Mini-Check vor dem Kauf.
Die gute Nachricht: Du kannst in 10 Sekunden prüfen, wie viel Platz unter deiner Tür wirklich ist – ohne Werkzeug, nur mit Dingen, die du sowieso im Portemonnaie hast. Danach kaufst du Mattenhöhe nicht mehr „nach Gefühl“, sondern passend.
Wie funktioniert der 10-Sekunden-Test, ob eine Fußmatte zu hoch ist?
Du misst den Türspalt (den Abstand zwischen Türunterkante und Boden) mit Karte + Münzen als „Dickenlehre“. Dann vergleichst du das Ergebnis mit der Mattenhöhe aus dem Produktdatenblatt (mm-Angabe). Als Faustregel gilt: Die Matte sollte spürbar unter dem gemessenen Spalt bleiben, damit sie auch bei Nässe, Schmutz und Faserstand nicht schleift.
Der Trick: Eine Bankkarte hat genormte 0,76 mm Dicke. ISO nennt diese Nennstärke für Identifikationskarten in ISO/IEC 7810. Und die Münzdicken sind ebenfalls öffentlich dokumentiert – zum Beispiel von der Europäische Zentralbank.
Der 10-Sekunden-Test Schritt für Schritt
Direkt umsetzbar, ohne Messgerät:
1) Tür schließen (nicht nur anlehnen)
Schließe die Tür so, wie sie später im Alltag zu ist. Nur dann ist der Spalt realistisch.
2) „Karte zuerst“: Passt eine Bankkarte unter die Tür?
Schiebe eine Bankkarte flach unter die Tür. Geht sie durch, weißt du: Mindestens 0,76 mm Spalt sind da.
Geht sie nicht durch, ist der Spalt extrem klein – dann funktionieren meist nur sehr flache Matten (oder eine Lösung im eingelassenen Mattenrahmen / in der Vertiefung).
3) „Münzen addieren“: Wie viele Millimeter sind wirklich frei?
Jetzt kombinierst du Karte + Münzen, bis es gerade nicht mehr passt. Die Dicke deiner Kombination ist dein Türspalt (annähernd).
Merke: Die Europäische Zentralbank gibt u. a. diese Dicken an:
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2-Euro-Münze: 2,20 mm
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1-Euro-Münze: 2,33 mm
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50 Cent: 2,38 mm
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20 Cent: 2,14 mm
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10 Cent: 1,93 mm
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Bankkarte: 0,76 mm
Beispiel (schnell gerechnet):
1-Euro (2,33) + Bankkarte (0,76) = 3,09 mm.
Wenn diese Kombi gerade noch durchgeht, ist dein Türspalt ungefähr 3 mm.
Tabelle: Portemonnaie-Messlehre in Millimetern
| Alltags-„Messstück“ | Dicke (mm) | Wofür praktisch |
|---|---|---|
| Bankkarte | 0,76 | Feine Abstufung, „Basismaß“ |
| 10 Cent | 1,93 | Kleine Sprünge, gute Ergänzung |
| 20 Cent | 2,14 | Häufige Türspalt-Größe in Kombis |
| 2 Euro | 2,20 | Schneller „Grobtest“ |
| 1 Euro | 2,33 | Sehr verbreitet, gute Referenz |
| 50 Cent | 2,38 | Noch ein Tick dicker |
Wie viel Reserve brauchst du wirklich?
Wenn du nur „passt gerade so“ kaufst, kann es trotzdem schiefgehen. Denn Matten verändern sich im Alltag:
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Flor stellt sich auf (bei Textilmatten), besonders nach dem Reinigen.
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Nässe + Schmutz machen die Oberfläche „fülliger“.
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Türen sind selten perfekt parallel zum Boden: An einer Stelle ist weniger Luft als an einer anderen.
Praxis-Faustregel: Plane mindestens 2 mm Sicherheitsabstand zwischen Türspalt und Mattenhöhe ein. Bei sehr knappen Spalten ist es oft besser, gleich eine Low-Profile-Matte zu nehmen oder auf eine eingelassene Lösung zu setzen (Matte im Rahmen / in einer Vertiefung).
Warum „zu hoch“ nicht nur nervt, sondern ein Sicherheitsrisiko sein kann
Eine zu hohe oder nicht sauber liegende Matte ist mehr als ein Komfortproblem: Sie kann zur Stolperstelle werden.
Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, wie relevant das Thema „Stolpern/Rutschen/Stürzen“ ist: Die DGUV weist in einem Fact Sheet aus, dass 21 % der gemeldeten Arbeitsunfälle (Betrieb) 2015 auf Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällezurückgingen. Solche Unfälle haben zudem häufig ernste Folgen (z. B. Frakturen, Reha, Rentenfälle).
Übertragen auf den Eingangsbereich zu Hause heißt das: Alles, was Kanten bildet, rutscht oder sich aufstellt, erhöht das Risiko – gerade wenn man die Hände voll hat (Pakete, Einkauf) oder es dunkel ist.
Auch die Health and Safety Authority (Irland) warnt explizit: Eingangsmatten können eigene Gefahren verursachen; wo nötig, sollten sie eingelassen werden, um Stolperstellen zu vermeiden, und sie müssen gesichert liegen.
Welche Stellen du unbedingt mitprüfen solltest
Der häufigste Messfehler: Man misst „irgendwo“ – aber nicht dort, wo es wirklich knapp ist.
Miss den Spalt an drei Punkten
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Bandseite (Scharnierseite): oft minimal tiefer.
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Mitte
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Schlossseite
Wenn ein Punkt deutlich knapper ist, zählt der kleinste Spalt.
Prüfe Sonderfälle an der Tür
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Türbesen / Bürstendichtung: Diese kann die Matte „kämmen“ und bremsen.
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Schwelle / Übergangsprofil: Unebenheiten verändern die reale Höhe.
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Teppich direkt hinter der Tür: Wenn innen schon Teppich liegt, addiert sich dessen Höhe oft zur Mattenhöhe.
Welche Fußmatten sind meistens flacher?
Wenn dein Test nur 3–5 mm Türspalt ergibt, brauchst du gezielte Produktauswahl. Typische „flache Kandidaten“:
Low-Profile-Schmutzfangmatten
Meist dichter Flor, geringere Gesamthöhe, oft mit stabiler Rückseite.
Gummi-/Vinylmatten (innen/überdacht)
Sehr flach möglich, leicht zu reinigen, aber Achtung: je nach Oberfläche kann Rutschfestigkeit variieren – wichtig ist eine gute Unterseite und fester Sitz.
Matten im Rahmen oder eingelassen
Wenn baulich möglich, ist das die eleganteste Lösung: Du „versenkst“ die Höhe. Genau das empfiehlt die Health and Safety Authority sinngemäß auch als Maßnahme gegen Stolperstellen („recessed where necessary“).
Was tun, wenn die gekaufte Fußmatte doch zu hoch ist?
Du musst nicht sofort neu kaufen. Diese Optionen funktionieren oft:
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Position ändern: Statt direkt hinter/unter dem Türblatt die Matte ein Stück nach innen ziehen (wenn Platz ist).
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Außen statt innen: Bei nach innen öffnenden Türen kann außen mehr Luft sein (Wetter beachten).
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Dünnere Alternative als „erste Zone“: Flache Matte direkt an der Tür, dickere erst dahinter.
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Anti-Rutsch-Unterlage: Verhindert Wandern und Aufstellen (reduziert Stolperrisiko).
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Matte mit abgeschrägten Kanten: Wenn Höhe nötig ist, dann Kanten entschärfen.
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Bauliche Lösung: Vertiefung/Einlass (bei Eigentum/Planung).
Kauf-Checkliste: In 30 Sekunden im Shop die richtige Höhe wählen
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✅ Mattenhöhe in mm steht klar im Datenblatt.
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✅ Deine gemessene „Karte-&-Münzen-Höhe“ liegt mindestens 2 mm über der Mattenhöhe.
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✅ Matte liegt plan und ist gesichert (rutschhemmende Rückseite / Fixierung).
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✅ Für Eingänge: Matte lang genug, damit sie wirklich Schmutz/Nässe aufnimmt (Eingangszone).
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✅ Bei knappen Türen: Low-Profile oder Einlasslösung bevorzugen.
FAQ: Häufige Fragen rund um „Fußmatte zu hoch“
Wie hoch darf eine Fußmatte sein, damit die Tür nicht schleift?
Sie sollte spürbar unter deinem gemessenen Türspalt bleiben. Miss den Spalt mit Bankkarte (0,76 mm) plus Münzen (z. B. 1 Euro: 2,33 mm; 2 Euro: 2,20 mm). Plane dann eine Reserve von rund 2 mm ein, weil Flor, Schmutz und minimale Bodenunebenheiten sonst schnell zum Schleifen führen.
Woran erkenne ich sofort, dass eine Matte zur Stolperfalle wird?
Wenn die Matte hoch steht, wandert oder nicht bündig abschließt, steigt das Risiko. Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle sind ein relevanter Unfalltyp – die DGUV nennt dafür z. B. 21 % der Arbeitsunfälle (2015). Für Eingangsbereiche empfehlen Arbeitsschutzstellen, Matten bei Bedarf einzulassen und zu sichern, um Stolperstellen zu vermeiden.
Was ist besser: dicke Schmutzfangmatte oder flache Fußmatte?
Wenn du genug Türspalt hast, kann eine dickere Schmutzfangmatte mehr Nässe/Schmutz aufnehmen. Wenn der Spalt knapp ist, ist eine flache Matte die sichere Wahl – oder eine eingelassene Lösung. Entscheidend ist nicht „dick vs. dünn“, sondern: passt zur Tür + liegt sicher + erfüllt den Zweck.
Gibt es eine Norm für Türschwellen und Stolperhöhen?
Im barrierefreien Bauen wird nach Möglichkeit ein niveaugleicher Übergang angestrebt. In Auslegungen zur DIN 18040-2 wird häufig genannt: Wenn Schwellen nicht vermeidbar sind, sollen sie niedrig sein (z. B. max. 1 cm) und so ausgeführt, dass die Stolpergefahr reduziert wird (z. B. abgeschrägt/abgerundet). DIN (Für konkrete Bauvorhaben gilt: immer projektspezifisch prüfen.)
Welche „Portemonnaie-Kombi“ ist ein guter Schnellwert?
Sehr praktikabel ist: 1-Euro-Münze + Bankkarte = 3,09 mm (2,33 + 0,76).
Wenn das schon knapp ist, brauchst du sehr flache Matten. Wenn du deutlich mehr stapeln kannst (z. B. 2 Euro + 1 Euro + Karte = 5,29 mm), hast du mehr Auswahl.
Fazit
Wenn eine Fußmatte „zu hoch“ ist, merkst du es erst, wenn die Tür schleift – oder jemand hängen bleibt. Mit dem Karte-&-Münzen-Test misst du den Türspalt in Sekunden, vergleichst ihn mit der Mattenhöhe im Datenblatt und kaufst passend. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer: Lose oder hochstehende Matten können Stolperstellen schaffen – und Stolper-/Rutsch-/Sturzunfälle sind ein häufiges Unfallthema.
Quellen:
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International Organization for Standardization – ISO/IEC 7810 (Kartenstärke 0,76 mm) https://www.iso.org/standard/31432.html
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European Central Bank – Euro-Münzen (technische Daten inkl. Dicke)
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Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung – Factsheet zu Stolper-/Rutsch-/Sturzunfällen
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Health and Safety Authority – Hinweise zu Eingangsbereichen & Matten (Sicherung/Einlassen)
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Kreis Soest – PDF-Zusammenfassung/Einordnung zu DIN 18040 (Schwellen)

